Leere Wolke
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ZaZen - Die Meditationspraxis

Warum meditieren?

Was geht uns nur alles dauernd im Kopf herum?

 

Wie eine Endlosschleife wiederholen sich oft unsere Gedanken, füllen uns so sehr aus, dass wir vieles von dem, was gerade um uns herum geschieht, gar nicht mehr richtig wahrnehmen.

 

Das Ziel jeder Meditationspraxis ist es, erst einmal Ruhe in unsere quirlige Gedankenwelt zu bringen.

 

Dies führt zu heilsamer Entspannung von Körper und Seele, da der Stress, den uns der andauernde Trubel in unserem Kopf bereitet, nachlässt.

 

Gleichzeitig entsteht in unserem Inneren zunehmend mehr Raum und Offenheit, um den großen Reichtum der Sinneseindrücke, den uns jeder Augenblick unseres Lebens bietet, in seiner ganzen Fülle erleben zu können.

 

Dabei ändert sich mit der Zeit, oder bisweilen auch durch eine plötzliche Erfahrung, ein Teil unserer Wertevorstellungen. Wir spüren, wie uns das bewußte Erleben des Alltags immer wieder aufs Neue mit Kraft und Lebensenergie erfüllt und wir uns von unseren großen und kleinen Katastrophen nicht mehr so leicht aus dem Lot bringen lassen. 

Im Zendo Im Zendo

Die Haltung beim Sitzen

Es ist gut, wenn wir nicht nur hier im ZenDo, sondern auch Zuhause, einen speziellen Platz für unsere Meditationsübung haben, eine Ecke in einem Zimmer für unser Kissen oder unser Bänkchen, wo wir ungestört sind und uns eine Kerze und vielleicht auch ein Räucherstäbchen entzünden können.

 

Wenn wir auf einem Kissen sitzen, sollten wir etwas mit der Sitzhöhe experimentieren, so dass wir möglichst mit den Knien Kontakt zum Boden bekommen, damit unsere Haltung stabil ist. Oder wir knien mit Unterstützung eines Bänkchens bzw. sitzen still auf einem Hocker oder Stuhl.

 

Das Becken ist ganz leicht nach vorne geneigt, der Oberkörper aufrecht, jedoch ohne sich dabei anzuspannen oder zu verkrampfen. Hier hilft die Vorstellung, dass man von einem unsichtbaren Faden am Kopf, wie bei einer Marionette, emporgezogen wird, ohne sich selbst dafür anstrengen zu müssen.

 

Die Schultern und die Arme hängen entspannt herab. Die Schultern sind ganz leicht nach hinten gezogen, so dass wir uns mit dem Brustkorb zum Raum öffnen. Die Hände liegen mit den Handflächen nach oben im Schoß oder auf den Oberschenkeln.

 

Die Augen sind halb geöffnet, der Blick ist schräg nach unten gerichtet und ruht auf dem Boden oder der Wand vor mir, ohne etwas zu fixieren.   

Kissen, Bänkchen, Hocker Kissen, Bänkchen, Hocker - Jeder findet seine Sitzgelegenheit

Die innere Übung

Unsere Gedanken können wir nicht einfach per Knopfdruck abschalten und auch mit großer Willensanstrengung lassen sie sich nicht gewaltsam zur Ruhe bringen.

 

Wir bedienen uns einer Hilfstechnik, indem wir unsere Konzentration auf ein einfaches Fixum lenken. Das ist in der Regel unser Atem, der uns in jeder Lebenssituation begleitet und uns so immer und überall eine Hilfe zum Üben sein kann.

 

Wir versuchen, während wir still und unbewegt sitzen, unseren Atem wahrzunehmen, ohne uns selbst willentlich einzumischen. Das Atmen geschieht, genau wie das Schlagen unseres Herzens von ganz alleine. Diese grundlegenden Lebensfunktionen werden von einer eigenen Kraft in uns gesteuert, der wir vertrauen können und die sich unserer bewussten Wahrnehmung entzieht.

 

Hilfreich ist es auch, wenn wir unsere Atemzüge zählen, möglichst das Ausatmen, immer von eins bis zehn, um dann wieder von vorne bei eins zu beginnen. Wenn wir dabei abgeschweift sind und es merken, fangen wir einfach immer wieder mit dem Zählen bei eins an. Es ist völlig egal wie oft wir abschweifen. Wichtig ist nur, immer wieder in die Übung zurückzukehren.

  

Im ZenDo sitzen wir in der Regel 25 Minuten, dann stehen wir auf und gehen ein  paar Minuten gemeinsam im Kreis (Kinhin). Auch beim Gehen setzen wir innerlich unsere Meditationsübung fort und achten auf unsere Bewegung, Schritt für Schritt.

Bilderfolge: Der Ochs und sein Hirte Bilderfolge: Der Ochs und sein Hirte

Meditation im Alltag

Das eigentliche Ziel all unserer Meditationsübungen ist es, uns deren Wirkung im Alltag nutzbar zu machen, Ruhe in das Auf und Ab unseres andauernden Gedankenstroms zu bringen und zu spüren, wie das Annehmen und Erleben des Hier und Jetzt immer wieder neue Kraft und Lebensenergie in uns hervorsprudeln lässt.

 

Die regelmäßige Sitzmeditation führt uns mit der Zeit zwangsläufig zu einem entsprechend veränderten Alltagserleben. Wir merken diese Veränderungen, wenn wir uns nach längerer Übungspraxis fragen: Wie habe ich früher auf bestimmte Stresssituationen reagiert? Wie verhalte ich mich heute?

 

Ganz entscheidend können wir diese Entwicklung noch unterstützen, indem wir den Tag über immer mal wieder kurz unsere Übung aufnehmen, ganz bewusst zumindest für ein paar Augenblicke ganz bei dem sind, was wir gerade tun: nur dieser eine Schritt, wenn ich früh das Haus verlasse, nur dieser eine Atemzug, während ich auf den Bus warte. Die Gelegenheiten, einen Augenblick den Allatgstrubel zu verlassen und bei sich selbst einzukehren sind unbegrenzt.

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© Martin Weißker